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Peeping Tom

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Hallo erst mal an meine geringfügige Leserschar!

Heute habe ich mal wieder Lust bekommen was zu schreiben und da nehmen wir mal ein Projekt von Mike Patton mit den klingenden Namen „Peeping Tom“ was gleichzeitig auch der Albumtitel ist.. Einer meiner absoluten Lieblingskünstler. Mike Patton sollte zumindest einigen noch bekannt sein als Sänger der Band „Faith no More“ mit denen er in den 1990igern zahlreiche Erfolge feiern konnte (ein Song wie das Lionel Ritchie Cover „Easy“ wird heute noch auf kommerziellen Radiosender gespielt).

Patton löste „Faith no More“ 1999 auf und gründete sein Label „Ipecac Recordings“ und zeitgleich die Truppe „Fantomas“, über die ich früher oder später sicher auch noch was schreibe ;-). Jedenfalls kündigte Patton schon damals das Projekt „Peeping Tom“ an, jedoch mussten wir uns bis April 2006 gedulden.

Nach den beinahe unzählbaren Projekten von Mike Patton, die ja zugegeben teilweise für jemanden der nicht verrückt oder fanatisch ist sehr schwer zu hören sind, war es ein absoluter Hochgenuss diese Platte (ja ich habs als LP) zu hören. Denn es handelt sich hierbei um sehr feine Crossover Musik mit viel HipHop/TripHop Einflüssen, popig ist das ganze auch ein wenig, aber trotzdem vermisst man nicht die wunderbare Verrücktheit und Kreativität für die Patton ja berühmt ist. Jedoch ist dieses Album nicht alleine von Mike Patton produziert worden. Bei jeden Track ist eigentlich irgendwer dabei. Da finden sich Namen wo ich damals meine Augen aufgerissen habe: Massive Attack, Amon Tobin, Rahzel, Bebel Gilberto, Dub Trio und sogar Norah Jones !?!

Zur Musik selbst: Da wäre mal der Anfang mit „Five Seconds“ das mit einem Paukenschlag und Percussions beginnt und sich plötzlich zu einer sehr „groovigen“ Strophe wandelt und dann geht der Refrain los bei dem du keine Ahnung hast von wo überall Patton´s Stimme daherkommt. Von links, recht, aus der Mitte, dazu rockige Gitarren, Wahnsinn! Der Song endet dann mit erhöhtem Tempo und  Punk/Rock Energie und du möchtest eigentlich nur mal kurz ausatmen.

Diese Gelegenheit bekommt man auch kurz bei dem nahtlosen Übergang zu Track 2 namens „Mojo“. Dies war auch die Sinlge-Auskopplung. Ein sehr HipHop lastiger Track. Der Beat kommt von Rahzel, es ist fantastisch was dieser „Beat Box Künstler“ mit seinem Mund anstellt. Ein Refrain der einfach nur zum mitsingen einlädt und ein echtes „Good Time“ Feeling mit leicht rebellischen Ambitionen, verleiht.

Bei dem nächsten Song „Don´t even Trip“ mit „Amon Tobin“ empfehle ich jedem, diese Nummer unbedingt mit einem guten Subwoofer zu genießen. Ansonsten geht wirklich ein sehr wichtiges Element des Tracks verloren. Da ist nämlich eine „SubKick“ die man über gewöhnliche Lautsprecher gar nicht mitbekommt (schon gar nicht über die beliebten weißen iPod Ohrstöpsel, BÄHH!!). Ist zwar die selbe Nummer aber eine ganz andere Stimmung.

Des weiteren empfehle ich jedem noch, wenn er/sie  mal bei schönem Wetter draussen liegt (am besten Strand), sich den Song „Caipirinha“ (feat. Bebel Gilberto) hinzugeben. Ahhh, Entspannung!

Das Treffen zwischen Mike Patton und Norah Jones namens „Sucker“, ebenfalls ein HipHop lastiger Track, kann auch nur weiter empfohlen werden. Alleine was für böse Wörter Norah hier in den Mund nimmt. Wirklich hörenswert. Das hätte man nie gedacht von ihr 😉

Das Album endet mit dem TripHop/Rock Song „We´re not alone“ (Remix). Eine Hymne an das Musikmachen! Wow, was für eine positve Energie dahinter steckt! Ich finde natürlich das ein bisschen was melancholisches auch dabei ist, aber das kann ja an mir liegen. Jedenfalls ist man sich nach dem Track darüber im klaren das „We´re not alone“ sind und das Patton jemandem nicht verlieren will. Es gibt auf „myspace“ noch eine Redux Version von dem Song zu hören, die ein bisschen verspielter ist. Leider konnte ich bis heute diese Version nirgends als Download finden.

Ich lege jedem ans Herz sich diesem Stückchen Musik hinzugeben. Ich persönlich habe einen wunderschönen Sommer 2006 damals damit verbracht. Ich denke, ich werde es diesen Sommer sicherlich wieder einmal auspacken….

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Medication – Prince Valium

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Da ich ja mit elektronischen Sound begonnen habe, kommt jetzt was zum Rocken. Aber auch was zum Leiden. 

Medication mit ihrem ersten und leider auch einzigen Album „Prince Valium“. Wie der Titel, so auch die Musik, genial. Dieses Album begleitet mich schon ca. seit dem Jahr 2002, das auch das Erscheinungsjahr der CD ist und es rotiert immer wieder durch meinen alten CD-Player. 

 

Doch zunächst, wer ist Medication? Diese Band bildete sich Ende der 90iger aus bekannten Gesichtern der Metal Szene. Da sind Logan Mader (Machine Head, Soulfly), Kyle Sanders (Skrew), kurzfristig sogar Robert Trujillo (Suicidal Tendencies, heute Metallica), Josh Freese (A Perfect Circle) und schließlich die Stimme Whitfield Crane (Ugly Kid Joe, „Cats in the Cradle“ sagt sicher noch wem was). Eigentlich könnte man es auch „All-Star Projekt“ nennen. Man hatte immer wieder div. Besetzungsprobleme da einer mal bei Ozzy Osbourne oder bei Soulfly mittourte. Aber schließlich schafften sie es ein Demo aufzunehmen und landeten bei dem spanischen Label „Locomotive“. 2002 erblickte „Prince Valium“ das Licht der Welt aber leider lief das Geschäft nicht so besonders. 2003 ging die Band auf Europa Tournee. Die Tour verlief ebenfalls nicht gut und der Druck auf die Band erhöhte sich. Mitten während der Tournee cancelte die Band alle Gigs da die Einnahmen nicht einmal die Kosten deckten und schließlich lösten, die wahrscheinlich auch etwas erfolgsverwöhnten Herren, die Band auf.

 

Zum Album selbst. Tiefe, Riff betonte Gitarren, Groove, und eine Stimme die leidet. Irgendwo zwischen NuMetal/Rock/Grunge. Wenn man die harten Gitarren durch andere Instrumente ersetzen würde, wäre das ein radiotaugliches Pop Album (was ja nichts schlechtes bedeutet). Die meisten Stücke darauf verfolgen das Schema von „Refrain/Strophe/Refrain/Strophe/Refrain/Bridge/Refrain2x“. Und eine absolute Meisterleistung an den Instrumenten kann man hier auch nicht finden.

Aber! Es ist einfach genau das Album was man braucht wenn es dir mal wieder richtig scheisse geht. Dann wenn ein Mensch dich verletzt, verlassen, verneint oder sonst irgendwie emotional verletzt hat.

„Something New“ ist ein Song der in solchen Momenten wieder Stärke verleiht und gleichzeitig das Leid perfekt in Worte fasst. 

„Save me if you want to

Breathing is hard enough

Thinking of you

Hoping for something new“

Zitat aus dem Refrain und diese Worte sagen für mich persönlich sehr, sehr viel aus. Zusätzlich befindet sich in dem Song eines der geilsten Gitarrensolos die es gibt. Alle die jetzt an technisches herumgefidle denken irren sich. Ein Solo das nach einem halben Jahr Gitarren Unterricht spielbar ist, entspricht der Realität. Aber die Gitarre nimmt genau die Depression des Sängers auf und gibt sie mit ihrer eigenen Melodie und ihrem eigenen Sound wieder. Und zum heulen brauchen wir nicht viele Töne.

Des weiteren erwähne ich noch als Tipp den Song „Prince Valium“. Dieser gehört zu den musikalisch verspielteren Stücken und Whitfield Crane macht uns mit seinen Texten wieder klar das irgend etwas mit ihm nicht stimmt. Aber ich verstehe ihn.

 

Also, wenn ein Leser dieses Blogs mal unter schrecklichen Liebeskummer leidet oder die Stimmung einfach mal etwas melancholisch ist, empfehle ich sich diesem Stück Musik hinzugeben. Ein bisschen besser ist es mir danach immer gegangen 😉

SebastiAn – Remixes

 SebastiAn - Remixes

 

Es ist so weit, ein Album was ich vor kurzen gehört habe wird in diesem Block präsentiert. Dies ist ja der eigentliche Sinn dieses Blog´s. 

 

SebastiAn – Remixes: Wow!! Ein 1981 geborener Franzose namens Sebastian Akchoté der bei dem Daft Punk Label „Ed Banger Records“ untergebracht ist. Bekannt wurde er 2005 mit den EPs „H.A.L.“ und „Smoking Kills“. Ansonsten ist mir leider über die Vergangenheit dieses jungen Künstlers nichts bekannt. Habe zufällig mal gelesen das er schon als Kind jede Menge Synthesizer besaß und diese natürlich auch benutzte. 

 

Schließlich kam 2008 dieses Album auf den Markt. Ein Muss für jeden Musikliebhaber. Moderner Elektronischer Sound, bekannt aber doch frisch und wunderbar verspielt. Natürlich lässt sich eine gewisse Nähe zu seinen Label Kollegen wie „Justice“ oder „Mr. Oizo“ nicht abstreiten wodurch der Sound doch vertraut klingt. Bin mir aber sehr sicher das der eine oder andere Kollege beim Produzieren ab und zu dabei war. Eine Stärke SebastiAn´s ist, dass er es wie kein anderer versteht diesen Elektronischen Sound, mit Sounds aus der Metal Welt zu mischen. Jeder der schon mal gesessen ist und selbst Musik komponiert hat, weiß wie schwer es ist diese zwei Welten vernünftig zu vereinen. Auf diesem Album befindet sich als Beispiel ein Remix von der „Rage Against the Machine“ Nummer „Killing in the name“. Damit ist es ihm gelungen beide Lager anzusprechen. Diese Version ist tragbar für Elektroniker die gerne Tanzen und es lässt sich genau so gut dazu Bangen und zusätzlich kann sie ein DJ auch in sein Set einbauen. Er spielt das original Stück und legt extrem fette Drum Sounds darüber. Diverse Cut- und Soundeffekte verleihen dem Ganzen den Groove damit das auch in einem Club funktioniert. 

Weiters möchte ich die (leider nicht auf dem Album inbegriffene) Nummer „Dog“ erwähnen. Mir fällt es, besonders bei moderner Musik, schwer zu sagen was das jetzt wirklich für ein Musikstil ist. In diesem Fall kann man sagen Electro Metal! Ein extrem druckvoll klingendes Gitarrenriff, darüber ein schön gerader Beat und eine Stimme wo man nicht weis ob der Sänger gleich gekillt wird oder selber töten wird. Ich persönlich habe noch kein anderes Lied gehört was die Welten von Electro und Metal so perfekt vereinigt hat. Falls jemand ein anderes Beispiel dafür hat, soll er/sie es mir bitte zukommen lassen…

 

Aber natürlich gibt es auf „Remixes“ nicht nur was für härtere Gemüter. Es befinden sich jede Menge kreative Techhouse (Stil??) Nummern darauf, die zum shaken und zum Träumen einladen und die Synth Sounds sägen, hämmern und kitzeln in deinem Ohr herum.

„Fool for Love“, fängt an wie eine schöne Klavierballade und arbeitet sich schließlich vor in wild klingenden Techhouse und endet mit total zerstörten Vocals. 

Mit dem Remix von „Sexual Sportswear“ beweist SebastiAn eindeutig was in ihm steckt. Was er aus dem Track herausgeholt hat ist einfach unglaublich. Das Spiel zwischen den Drums und den Bass lässt den Gehörgang schnurren wie eine Katze die viel Groove hat. Dazu eine Streicherlinie die dich Glauben lässt das alles auf dieser Welt doch irgendeinen Sinn haben muss. (Vergleiche die Streicher mal mit „Phantom Pt. 2“ von „Justice“ ;-))

 

Tja, ich hoffe ich kann irgend jemanden dazu Anregen sich dieses Album zu besorgen und sich von ganz vorne bis ganz hinten „Remixes“ hinzugeben. (ist schließlich auch der Sinn eines Albums). Also ohne „nächster Track“ usw.. Ich verspreche es ist eine faszinierende Reise. Tanzen und Bangen erlaubt!!

Hat die Musik ihre Seele verloren??

Musikalische Differenzen

Heute, wie vielleicht einige mitbekommen haben, spielte es den ganzen tag auf 3sat Konzerte verschiedenster Künstler aus dem Rock/Pop Bereich. Falls diese stilistische Einschränkung überhaupt zutrifft. Parallel dazu sendete Viva Konzerte von momentan aktuellen Interpreten der Pop Welt.

Besonders herausgestochen ist für mich auf 3Sat das Konzert von Queen. Es war wirklich höchst ergreifend zu sehen mit was für einer Hingabe diese Band ihre Songs performt. Musiker durch und durch. Ohne Overdubs. Einfach pur. Als es einen Hit nach dem anderen aus meinen Fernseher schmetterte, entstand ein interessantes Gespräch zwischen mir und einen Freund über die heutige Musikwelt und die damalige, denn schließlich war dieses Queen Konzert aus dem Jahre 1981. Ja, ja, 28 Jahre. Wenn es Songs wie „Under Pressure“ oder“Bohemian Rhapsody“ noch nicht geben würde, würden sie noch immer solch einen Erfolg erreichen wenn sie nicht von 256 Tänzer/innen  + irgendeine Charakterlose Stimme, die aber natürlich hervorragend attraktiv aussieht, präsentiert wird??

Tja, beim Zappen stiessen wir dann auf Viva auf ein „Live“ Konzert der Actrice Rihanna. Sehr nett anzusehen wie diese knackige junge Frau herumstolziert über eine spacig ausgebaute Bühne und die vorher erwähnten 256 Tänzer/innen hüpfen ganz aufgegeilt und auf Koks um sie herum. Auch für den Laien ist es sofort zu bemerken, dass das Dargegebene ein „Vollplayback“ ist und das diese Darstellung eigentlich nichts mit der Musik zu tun hat.

Ich hoffe die Musik bekommt bald die gestohlenen Teile ihrer Seele zurück. Ich wünsche es ihr und vielleicht helfe ich ihr sogar ein bisschen dabei…